Esoterik – Okkultismus – Spiritismus

Die Esoterik bedient sich gerne eines eigenen Wortschatzes. So entstanden Begrifflichkeiten wie kosmisches Bewusstsein, Paradigmenwechsel, Transformation oder Wassermannzeitalter. Den einzelnen Vokabeln fehlt jedoch eine exakte Definition. Das betrifft beispielsweise die Vermeidung von sauberen Begriffserklärungen.

Man kann es als ein wesentliches Element der Esoterik ansehen, dass klare Präzisierungen vermieden werden. Auch erhebt die Esoterik den Anspruch, die wahre Natur der äußeren Erscheinungswelt ergründen zu wollen, die dahinter liegenden Bewusstseinebenen zu erweitern, unter die Oberfläche zu schauen und den Menschen zur Sinnfindung und sogenannter Selbstvervollkommnung zu führen.

Esoteriker wollen den Kosmos als “Ozean aus Energie” verstehen, der als Ganzes oder als Beziehungs-Netz interpretiert wird. Als Zukunft wird “die versöhnte göttliche Einheit” alles Seienden ersonnen. Sie wollen glauben machen, dass Steine, Pflanzen, Tiere und Planeten „beseelt“ seien, sich gegenseitig beeinflussen würden und von Menschen mit Hilfe bestimmter Rituale, Hilfsmitteln oder Praktiken, in den Dienst genommen werden könnten. Eine Fülle von esoterisch Angeboten soll die Harmonie mit dem Kosmos und der Natur herstellen, um dadurch Heilung von Krankheit und Leid zu ermöglichen.

Menschen, die esoterisch Methoden annehmen wird meist vorgegaukelt, dass sie aufsteigen, zu „Auserwählten“ gehören würden und Macht, Erleuchtung, Sicherheit, Wiedergeburt, Erfolg oder Schöpferkraft erlagen könnten. Im esoterisch beeinflussten Markt werden oft nicht nur unhaltbare Gesundheitsversprechen gemacht, die Praktiken beinhalten auch eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Das notwendige rationale logische Denken droht nebensächlich zu werden. Verstand, Verantwortung und Selbstständigkeit werden abgegeben.

» Film-Dokumentation über eine Betroffene „In den Fängen der Esoterik“

Viele alternativmedizinische Angebote sind esoterisch beeinflusst

Esoterische Elemente finden sich auch in Beschreibungen von pseudomedizinischen Verfahrensweisen wie beispielsweise Energiemedizin, Quantenmedizin, Quantenheilung oder Bioresonanz. Immer wieder wird von Anhängern esoterischer Methoden ein Anspruch auf „wissenschaftliche Überprüfbarkeit“ bei einzelnen Fragen erhoben, was in der Regel zu pseudowissenschaftlichen Argumentationsversuchen führt.

Eine auffällige Eigenschaft ist auch der unreflektierte Gebrauch von Wörtern und Begriffen, die auch aus anderen Wissensbereichen imitiert werden, oft aus den Naturwissenschaften. Die Esoterik umhüllt sich gerne mit einem „wissenschaftlichen“ Schein-Gewand (Pseudowissenschaft). Damit die Esoterik aber um dieses Mangels willen möglichst nicht in Frage gestellt wird, betrachtet sie wiederum die seriöse Wissenschaft als suspekt.

Esoterische und spirituelle Methoden ziehen immer weitere Kreise

Auch im Bereich der psychologischer Beratung und Therapie findet eine zunehmende Spiritualisierung statt. Der Anschein auf simple Wunschverwirklichung mit Hilfe esoterisch-spiritueller Angebote hat sich zu einem profitablen Geschäft gemausert. Zahlreiche Variationen des “Positiven Denkens” versprechen das Erreichen kindlicher Träume und Sehnsüchte. Esoterisch-magisches Denken als auch asiatische Spiritualitätsformen haben sich etabliert. Psychotherapie und Spiritualität sind zu einem Geschwisterpaar geworden.

Um Angebote aus dem esoterischen Bereich beurteilen zu können, ist ein umfassendes Grundwissen

u. a. des spirituellen Hintergrundes aus Hinduismus, Buddhismus, Taoismus, Konfuzianismus, Schintoismus, Schamanismus, Spiritismus, Magie, Hexerei und der Heilungsbewegungen unverzichtbar.

Begriffserläuterungen: Esoterik, Okkultismus, Spiritismus, Magie, Orakel-Praktiken

Die “Erweiterung des Bewusstseins” und die Erfahrung der Selbstüberschreitung, der Selbstverwirklichung und “lch Entgrenzung” stehen meist im Zentrum esoterisch-okkulter Methoden. Dazu gehören unter anderen: Trance-Techniken wie » Channeling und Geistheilung, Techniken wie Pendeln und Wünschelrutengehen, Meditations- und Ekstase-Techniken, Chiromantie (Handlinien lesen) Yoga, Transzendentale Meditation, Reiki, schamanische oder spiritistische Praktiken (schwarze u. weiße Magie).

Esoterik
Der Begriff „esoterisch“ stammt vom griechischen „esoterikós“, mit der Bedeutung „zum inneren Kreis gehörig“. In der Antike wurden damit geheime Lehren bezeichnet, die nur einem inneren philosophischen Kreis zugänglich waren (Ruppert, 2005). Der Begriff Esoterik stammt aus der Neuzeit und steht seit dem 19. Jahrhundert als Sammelbegriff für verschiedene überlieferte okkulte und magische Praktiken.

Okkultismus
Der Begriff Okkultismus stammt von dem lateinischen Wort „occultus“ ab (verborgen, geheim). Unter Okkultismus werden Kräfte oder Phänomene verstanden, die der Wissenschaft nicht zugänglich sind. Es ist die Lehre vom Geheimen, vom Verborgenen, vom Übersinnlichen.

Der Okkultismus wird zur Esoterik gezählt und dieser wiederum zur Magie.

Das Lexikon Webster’s New Universal Unabridged Dictionary definiert okkult wie folgt: 1.) verborgen, versteckt; 2.) geheim, esoterisch; 3.) außerhalb der menschlichen Erklärbarkeit, mysteriös; 4.) Bezeichnung für bestimmte mystische Künste oder Sparten wie z. B. Magie, Alchimie, Astrologie usw.

Spiritismus
Das Wort Spiritismus leitet sich ab aus dem lat. “spiritus” (Geist). Spiritismus ist so alt wie die Menschheit und lässt sich in vielen Kulturen nachweisen. Spiritismus zeigt sich in vielen Facetten und wird auch heute von Schamanen, Medizinmännern, Zauberern, Hexen, Yogis, Fakiren und im Westen von Esoterikern, Okkultisten und Satanisten ausgeübt.

Unter Spiritismus wird die Beschwörung von Geistern verstanden. Ziel ist es, mit den Geistern von Verstorbenen in Verbindung (Nekromantie: Befragung von Toten) zu treten, um Wissen über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu erhalten.

Oft geschieht dies über Séancen, bei denen ein Medium (eine in Trance versetzte Person, die die Verbindung zwischen Menschen- und Geistwelt herstellt) und als Sprachrohr für Informationen aus dem Jenseits dient. Praktiken sind zum Beispiel: Gläser- und Tischrücken, Pendeln, Telepathie, Blutverschreibung, Spuk- und Poltergeister, Trance-Reden.

Magie
Hier geht es darum, materielle und nichtmaterielle Dinge mittels Ritualen und Beschwörungen von Dämonen und Geistern. Man will unterscheiden nach schwarzer Magie und weißer Magie.

Wobei es keinen Unterschied zwischen schwarzer und weißer Magie gibt. Weiße und schwarze Magie treten in Verbindung mit Geistern und bedienen sich esoterisch-okkulter Methoden.

Schwarze Magie
Beschwörung von Geister und Verherrlichung Luzifers (gefallener Engel, der auch Engel des Lichts genannt wird). Besonders zu finden bei Satansmessen und Satanssekten (Satanismus).

Weiße Magie
Ausrichtungen der weißen Magie sind das sogenannte weiße Hexentum, New Age und Geistheilen, Besprechen sowie unterschiedliche Meditationspraktiken. Sie werden ebenfalls zur Machtausübung und -missbrauch, Beeinflussung und Manipulation genutzt. Die Manipulation des Bewusstseins ist eine Gehirnwäsche per excellence.

Manipulation ist ein Begriff aus der Psychologie, Soziologie und Politik und bedeutet die gezielte und verdeckte Einflussnahme, also sämtliche Prozesse, welche auf eine Steuerung des Erlebens und Verhaltens von Einzelnen und Gruppen zielen und diesen verborgen bleiben sollen.

Magische Orakel-Praktiken
Hier geht es in erster Linie um vermeintliches Wissen über die Zukunft und manifestiert sich in Wahrsagerei und Zeichendeutung. Zur Wahrsagerei gehören Traumdeuten, Tarotkarten, Karten legen, Horoskope erstellen und Hellsehen. Zur Zeichendeutung gehören z. B. Glücksbringer tragen, Rute gehen und pendeln, Sternkreiszeichendeutungen sowie alle Formen von Aberglauben.

Literatur zum Thema


Die Geister, denen sich Menschen öffnen, sind sehr präsent

Der Preis für die Inanspruchnahme solcher spirituellen Kräfte sind beispielsweise: Verlust der Realitätswahrnehmung durch Flucht ins Übersinnliche, Persönlichkeitsveränderungen bzw. Persönlichkeitsverlust. Das kann dann zu mangelnder eigener Lebensbewältigung, Angstzuständen, Wahnvorstellungen, Depressionen, folgenschweren Abhängigkeiten und anderen schweren Psychosen (z. B. Mediumistische Psychose) führen. Schnell kann dieses gewagte Experiment entsprechend dem Vers aus Goethes „Zauberlehrling“: „Die Geister, die ich rief, werd ich nun nicht mehr los“ entgleiten.

Mediumistische Psychose: Eine seelische Erkrankung, die durch esoterisch-okkulte Methoden ausgelöst werden kann. Betroffene können dann z. B. mit Geistern sprechen, hören oder sehen, die Aura (Strahlenkranz) um Menschen oder werden auch zu selbstzerstörerischem Verhalten gedrängt.

Allen esoterisch-okkulten Praktiken ist gemeinsam, dass Menschen die mit Geistern in Verbindung treten, mittels physikalischer Medien oder eines menschlichen Mediums, Mitteilungen von Geistern erhalten können. Nahezu alle Vorgehensweisen können dämonische Belastungen auslösen.

Bei schamanischen, spiritistischen und magischen Techniken durch Übertragung beispielsweise sogenannter universalen Energien, durch Handauflegung von Geistheilern oder als Nebenwirkung bei Meditationstechniken, Rebirthing und Reinkarnationstherapie etc. Menschen, die sich diesen Praktiken öffnen, können so immer tiefer in Abhängigkeiten und okkulte Belastungen hinein geraten. Es wird sprichwörtlich ein Teufelskreis in Bewegung gesetzt.

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